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25 Jahre Sonntag Gitarrenbau

Sonntag Gitarrenbau seit 1993

1. Dezember 2018: Die Werkstatteröffnung von Sonntag Gitarrenbau jährt sich zum 25. Mal!

Am 1. Dezember 1993 hatte ich die Werkstatt offiziell angemeldet. Allerdings zuerst als Handel, denn mir fehlte noch der praktische Teil zur Meisterprüfung. Die Ummeldung zur Gitarrenbau-Werkstatt holte ich im Februar 1994 nach, als ich die Meisterprüfung abgeschlossen hatte. Dies sogar als Jahrgangsbester, was mir einen Händedruck von Kanzler Kohl einbrachte, der extra zur Meisterfeier im Münchener Gasteig angereist war (die Prämie von 3000 D-Mark, die es im Jahr darauf dafür gab, wäre mir allerdings lieber gewesen, seufz …).

Der Schwerpunkt meiner Werkstatt lag zu Beginn auf der Klassikgitarre. Die Modellpalette erweiterte sich aber schnell auf alle Arten von Gitarren, elektrische Soildbodys, Stahlseiten-Flattops (insgesamt fünf Stück), Flamencogitarren (insgesamt zwei Stück) und Maccaferri-Kopien (auch insgesamt fünf Stück). 

1994 kam der erste Auftrag für eine Archtop Gitarre. Die Idee, diesen Gitarrentyp zu bauen, hatte ich schon im Hinterkopf seit ich meine Ausbildung begann anno 1986. Aber es dauerte bis zu diesem Frühjahr '94, bis dieses Projekt Gestalt annahm. 
Es gab diese Geschichten von den Big Bands in den 40er Jahren, als die Gitarristen auf Archtop Gitarren akustisch Rhythmus spielten. Ich konnte mir als junger Gitarrist in den 80ern, 90ern gar nicht vorstellen, daß das mit einer akustischen Gitarre möglich sein sollte. Denn damals waren hauptsächlich Archtops aus Sperrholz unterwegs, von Ibanez, von Gibson oder anderen Großserien-Herstellern. Massiv gebaute kannte man vielleicht von Heritage oder jemand hatte eine L5 CES. Aber die waren akustisch auch nicht wirklich laut.

Die Geschichten von diesen legendären Gitarren aus der Vorkriegszeit (damals hatte ich noch kaum einen Schimmer von D‘Angelico oder D‘Aquisto Gitarren) befeuerten meinen Drang, dieser Legende nachzugehen. So rannte mein Kunde Alexander Ruhland, der damals die allererste Archtop bei mir bestellt hatte, offene Türen ein und begründete mit diesem Auftrag quasi meine Laufbahn als Archtop-Gitarren-Spezialwerkstatt. 

In 1998 stellte ich fest, daß meine umfangreiche Modellpallette dazu führte, daß ich mich Arbeitsablauf- mäßig immer mehr verzettelte. Deshalb faßte ich den Entschluß, mich auf einen typ von Gitarren zu spezialisieren, um den Arbeitsablauf in meiner Werkstatt ökonomischer zu gestalten. In dieser Zeit war gerade mein Interesse an Jazz stärker geworden und die Aufträge für Archtops nahmen auch immer mehr zu. Also fiel mir die Entscheidung, meine Werkstatt ausschließlich auf Archtop Gitarren-Herstellung umzustellen, ziemlich leicht. 

Seitdem haben nun ca. 300 Archtop Gitarren meine Werkstatt verlassen. Ich freue mich darüber, daß die Bestellungen mittlerweile aus der ganzen Welt kommen. Aus Europa und Nordamerika, und auch bis von Australien und China. 
Und es freut mich noch viel mehr, daß sogar solch namhafte Gitarristen wie Helmut Nieberle, Bruce Forman, Wesley G., Scott Henderson, Uli Hoffmeier, Michael Arlt, Robin Nolan, u.v.m. (siehe: meine Künstler), mit meinen Gitarren ihre Musik spielen.

An dieser Stelle Dank an alle, die mich über diese letzten 25 Jahre unterstützt haben, mit Archtop-Bestellungen, mit Reparaturaufträgen oder als Teilnehmer meiner Workshops. Und die es mir damit möglich gemacht haben, meiner Leidenschaft für die Archtop Gitarre nachzugehen. 

Auf die nächsten 25 Jahre Sonntag Gitarrenbau (dann bin ich 79), und ein Hoch auf die Archtop Gitarre! 


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© Sonntag Guitars